Blogtour „Verlorene Kinder“ von Inca Vogt.

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Servus,

Leider hat der heutige Tourstop mit technischen Problemen zu kämpfen. Deswegen habe ich den Beitrag von Melanie vom Blog „Universum of Books“ 1 zu 1  hierher übernommen.

Liebe Grüße

 



Hallo ihr Lieben,
ich durfte die tollen Bücher von Inca Vogt lesen Und ihr dann Fragen stellen. Hier erfahrt ihr nun alles über die Cover.

– Gestaltest du deine Buch-Cover selbst oder lässt du sie gestalten?

Ich beauftrage Designer damit, die sich auf das Design von Buchcovern spezialisiert haben. Aber lass mich ein wenig ausholen, warum das so wichtig ist.
Obwohl ich vom Fach komme und selbst einmal als Grafikerin/Art Directorin in Werbeagenturen gearbeitet habe, bevor ich via Studium und weiterer Ausbildung zum Text wechselte, halte ich wenig davon, alles selbst zu machen. Da gibt es weitaus fähigere Fachleute, die mit einem gesunden Außenblick viel bessere Cover gestalten können.
Allerdings stehen bei mir im Impressum unterschiedliche Coverdesigner. Die Suche nach dem ersten tollen Zufallstreffer für Gebrannte Kinder war schwierig. Ein kanadischer Designer hat es erstellt, war aber aus verschiedenen Gründen für Band 2, für Götzenkinder, nicht mehr verfügbar.
Da stand ich nun, brauchte dringend jemanden der einerseits die Serie fortsetzt, auf der anderen Seite genug Einfühlungsvermögen besitzt, das ganz andere Thema Beauty/Schönheitswahn in Szene zu setzen.
Am Ende war ich wirklich verzweifelt und habe nächtelang selbst Motive in den Bildagenturen gesucht, die exakt das spiegeln, was ich haben wollte. Ich suchte: Eine Art von Maske. Zu makellos, um echt zu sein. Aber zugleich auch irgendwie zerstörend und symbolisch. Schließlich fand ich einen solchen Kopf den ich zumindest als Grundlage für eine extrem aufwändige Fotoshopmontage und Überarbeitung nutzen konnte. Ich kaufte die Bildrechte und habe zum ersten und letzten Mal selbst mein Motiv und mein Cover erstellt. Deshalb steht im Impressum für Götzenkinder auch kein Coverdesigner.
Ich schwor mir, nie mehr. Nie mehr nächtelang suchen, verzweifeln, zweifeln, weil ich Null Abstand habe um das Cover objektiv beurteilen zu können.
Das Motiv für den Sammelband den ich vergünstigt als Fan-Edition herausbrachte, habe ich eigens erstellen lassen von Isabell Schmitt-Egner, einer tollen Kollegin, die sich auf eine ganz spezielle Art von 3-D-Grafiken spezialisiert hat. Sie erstellt traumhafte Motive, die absolut einzigartig sind. Die Typografie, also die Textdarstellung musste ich erneut noch einmal übernehmen, da ich immer noch nicht „meinen“ Designer fürs Rundum-Sorglos-Paket gefunden hatte. In dem Fall war es vertretbar, da das Cover bewusst aus der Serie ausbrechen sollte, damit Leser nicht aus Versehen glauben, es handle sich um einen weiteren neuen Band der Amato-Reihe.
Erst für Band 3, für Verlorene Kinder, fand ich endlich auch die Werbeagentur ZERO aus München, bei der ich jetzt auch bleiben werde. Ich bin total begeistert, wie gut der Designer meine Wünsche in verschiedenen Entwürfen umgesetzt hat. Mein Cover war auf Anhieb dabei, ich druckte alle Entwürfe zwar noch aus, aber mir war eigentlich sofort klar, dass es dieses und kein anderes sein musste.

– Was inspiriert dich zu deinen Covern?

Die Geschichte selbst.
Aber das ist zu simpel. Wichtig ist, dass Cover nicht einfach spiegeln was im Buch drin ist, das ist langweilig. Etwa so, als würde man eine Blume abbilden und darunterschreiben, „das ist eine Blume.“ Das sieht der Betrachter selbst.
Da passiert nichts beim Leser, da kommt weder Neugierde noch Interesse auf, wie es ein Thriller braucht.
Es gibt in der Psychologie den Begriff der „unvollendeten Gestalt“, was einem interessanten Rätsel entspricht. Der Leser muss das Rätsel knacken wollen, die Gestalt selbst vollenden und dabei so etwas wie einen „Aha-Effekt“ erleben. Er muss sich fragen, „was ist das denn?“ Er muss nach dem Inhalt lechzen. Dann – und nur dann erfüllt ein Cover seinen Zweck.
Der Inhalt muss aber auch erfüllen, was angedeutet ist, sonst geht die Chose nach hinten los.
Es ist also weniger Inspiration als Inszenierung dessen was auch ein Thriller als Spannungsbogen aufbaut. Und den vermittle ich der Werbeagentur in Form eines sogenannten Briefings, in das neben einer kurzen Inhaltsbeschreibung, grobe Ideen und Wünsche einfließen müssen. Bei einer Serie kommt hinzu, dass diese erkennbar weitergeführt werden sollte.

– Welche Rolle spielen Farben für dich bei einem Cover?

Auch hier ist es wichtig was Farben bei Lesern auslösen. Farben sind Emotionen und im Unterbewusstsein mit speziellen Bereichen verbunden.
Zarte Farben mit ebensolchen Empfindungen eignen sich kaum für einen Thriller. Passender sind düstere oder kräftige Farben, Knallfarben mit Signal, Rot, das für Blut, Intensität und Gefahr steht. Genrespezifische Signale, die der Leser unbewusst zuordnet.
Keine Frage, es musste Rot sein, So klar und eher schlicht im Aufbau, dass es auch in schwarz/weiß auf dem Reader und in winzig klein noch lesbar und auffallend genug ist.

– Was muss ein Cover haben um dich anzusprechen?

Mich spricht an, was das Genre klar definiert, aber auch rätselhaft genug ist mich in seinen Bann zu ziehen.
Klingt sehr theoretisch, woher weißt du das?
Bei meinem Marketingstudium hatte ich den Fokus Werbepsychologie. Ein Bereich ist die visuelle Kommunikation, die direkt mit dem Unterbewusstsein interagiert. Alles was an Signalwirkung für gut funktionierende Anzeigen gilt, ist übertragbar auf ein Buchcover, das auf den ersten Blick fangen muss. Es ist die Verpackung, es ist die Anzeige, es ist, was ins Buch lockt und dazu verführt mindestens einen zweiten Blick zu riskieren, die Leseprobe, den Klappentext anzusehen.
Vor allem bei einem neuen Autor, dessen Bücher nicht einfach nachgekauft werden, weil man bereits Fan ist.

– Klingt so als sei das Cover sehr wichtig für den Erfolg eines Buches. Ist das so?

Ja, ein gutes Buch verkauft sich vermutlich weit besser, wenn es ein gutes Cover hat, das anspricht, positiv auffällt und möglichst auch einen eigenen Stil hat. Er gibt jedoch ein wichtiges „aber.“
Ein gutes Cover reißt auch keinen schlechten Roman raus. Spätestens wenn die Enttäuschung einsetzt weil das Titelbild etwas verspricht was nicht in der Geschichte drin ist, kann es zum gnadenlosen Verriss kommen. Der Schuss geht nach hinten los.
Umgekehrt kann ein Top-Buch auch ein Bestseller werden, wenn das Cover nicht ganz der Bringer ist. Es gibt einige Beispiele dafür. Aber sich darauf verlassen wäre so, als würde man in Lumpen und ungewaschen zu einem Vorstellungsgespräch für einen Führungsposten gehen und darauf vertrauen, dass der Personalchef und die Entscheider nur auf die Zeugnisse vertrauen und gebannt der geschliffenen Rede folgen.
Sehr dumme Idee. Im wahren Leben zählen auch die ersten Sekunden. Es ist respektlos so aufzutreten – auch den Lesern gegenüber.

Ich bedanke mich bei Inca für das tolle Interview und ihre tollen Bücher 🙂



 

Das Amato-Gewinnspiel findet ausnahmsweise in der Tourbasis statt.

 

 

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